Marató Muntanyes d’Artà – Rückblick Artà Marathon Mallorca 2013
So langsam kommt wieder die Mallorca Trainingslager Zeit – was mich ein wenig traurig macht, denn dieses Jahr aus beruflichen Gründen leider ohne mich 🙁 Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich noch was…das Jahr ist ja schließlich noch jung… 🙂
Und so kommen natürlich die Gedanken an die ganzen tollen Läufe, die ich bisher auf der Insel machen durfte – noch dazu bekomme ich in letzter Zeit immer häufiger Anfragen zu Laufstrecken auf Mallorca – da will ich Euch diesen tollen Lauf nicht vorenthalten – auch wenn ich mich vielleicht nicht mehr an alles erinnere, ist schließlich schon einige Zeit her 🙂
2013 war das Jahr, in dem ich meine Lust fürs Traillaufen entdeckt hatte und auch beruflich viel auf der Insel unterwegs war. Perfekte Kombi! Ende Oktober/Anfang November hatte ich wieder einen Aufenthalt auf Mallorca und suchte nach einem schönen Lauf – da stieß ich auf die Ausschreibung des Bergmarathons in Artà, der in diesem Jahr zum 1. Mal ausgetragen wurde. 42 km und 1300 Hm – das erschien mir nach meinem ersten Trailmarathon in den Vogesen (Mara-Trail du Ballon d’Alsace, 42,5 km / 1.750 Hm) durchaus machbar und naiv wie ich war ( 😉 ) schätzte ich meine Laufzeit auf deutlich unter 6 Stunden – schließlich waren es doch deutlich weniger Höhenmeter als am Ballon….
Nun hatte ich als Trail-Küken aber nicht mit dem extrem technischen Untergrund gerechnet, der ja auf der Insel überall zu finden ist und einem einiges abverlangt… Noch dazu hatte es an diesem herrlichen Novembertag satte 26 °C – nachdem ich am Tag zuvor vom kalten Deutschland mit seinen 5 °C angereist war, eine ganz schöne Umstellung…
Um 7:30 war Start auf dem Marktplatz in Artà, und ich fiel mit meinen blonden Haaren und dem pinkfarbenen Outfit als einzige Nicht-Einheimische doch sehr auf und wurde auch direkt darauf angesprochen… Vom Briefing bekam ich allerdings nicht viel mit, denn das war komplett auf Katalanisch und nicht auf Spanisch…. 🙂
Vom Start weg ging es erstmal stetig bergan und es wurde auch immer steiler. Bald kam schon die erste Herausforderung: ein steiler Anstieg durch hohes Gras, das nicht umsonst den Namen „Schneidgras“ trägt – hier empfehle ich übrigens hohe Kompressionssocken, um unschöne Striemen an den Waden zu verhindern 😉 Unter dem Gras ein sehr steiniger Untergrund, man musste echt aufpassen, wo man hintritt. Nun kamen ein paar einfacher zu laufende Abschnitte, an denen ich einige einheimische Läufer einholte, die mich auf den technischeren Abschnitten überholt hatten. Zwei Läufern begegnete ich auf diese Art und Weise immer wieder auf der Strecke – dazu später mehr…
Dann kam der erste Gipfel, den es zu erklimmen galt – da musste man sich teilweise schonmal mit den Händen behelfen – und auf gleichem Wege ging es dann auch zurück auf die Strecke – an den mir dort entgegenkommenden Läufern sah ich, dass ich noch lange nicht Letzte war – das beruhigte mich etwas, da ich doch aufgrund des technischen Profils wesentlich langsamer war als erwartet…
Und auch der zweite Gipfel und gleichzeitig höchster Punkt der Strecke – Sa Talaia Freda (561 m) – musste hoch und wieder runter gelaufen werden. Sehr technisch zu laufen – dafür wurde man oben mit einem grandiosen Ausblick über die Serres de Llevant und das Meer belohnt!
561 m, das erscheint einem vielleicht auf den ersten Blick nicht so hoch – wenn man aber bedenkt, dass man auf Mallorca wieder ganz bis runter auf Meeresniveau laufen kann, relativiert sich das Ganze wieder.
Und dort ging es auch jetzt hin – direkt runter an den Strand und ein Stück am Strand entlang – was einige Läufer auch für eine kühle Erfrischung im Meer nutzten. Einziger Wermutstropfen hier an dieser Stelle: als ich als eine der langsameren Läufer am Verpflegungspunkt am Strand ankam (bei km 25 etwa), gab es dort kein Wasser mehr, bloß noch klebriges Gel – was bei mittlerweile 28 °C nicht ganz so optimal war. Zum Glück hatte ich aber noch ein wenig in meiner Trinkblase übrig.
Umso größer die Freude, als bei der Verpflegungsstelle bei km 30 einige Helfer „Agua fría“ – kaltes Wasser – aus einem Gartenschlauch zur Abkühlung anboten – da sagte ich doch nicht nein…
Ein Gipfel wartete noch, für mich der schwierigste, bei dem es auch wieder klettertechnisch wurde – doch dann wurde es einfacher. Vorbei an Fincas und den für Mallorca charakteristischen schwarzen Schweinen, zurück nach Artà.
Was für ein genialer Zieleinlauf für so einen kleinen Lauf: Im Ort saßen überall in den Cafés Zuschauer und die schnelleren Läufer, die die Ankommenden mit Jubel und tosendem Applaus begrüßten – und dann auf dem roten Teppich einlaufen auf dem Marktplatz in Artà…Wahnsinn! Nach knapp 7 Stunden war ich im Ziel (also nix mit unter 6 Stunden 😉 ) und dort begegnete ich den beiden Läufern wieder, die mir auf der Strecke so oft begegnet waren – Helena und Pablo, die einige Minuten vor mir ins Ziel gelaufen waren. Glücklich fielen Helena und ich uns in die Arme – der Beginn einer wunderbaren Läuferfreundschaft! Bei jedem meiner folgenden Mallorca Aufenthalte traf ich mich wieder mit den beiden für einige wunderschöne Läufe in der Tramuntana – und ich freue mich schon auf den nächsten, wenn ich die beiden wiedersehe!
Für ein paar mehr Einblicke in den Lauf hier das Video von der ersten Edition 2013 – bei Min. 3:46 bin ich auch zu sehen – ganz in Pink 🙂