Trail Hivernal de la Moselotte 2017 – 28 km pures Vergnügen in den Vogesen
Nach einer anspruchsvollen Premiere 2016 bei der 5ten Ausgabe des Trail Hivernal de la Moselotte, war auch 2017 der Start fest im Kalender vorgemerkt. Die Strecke hatte einfach zu viel Spaß gemacht und die Hoffnung, diesen harten Trail auch mal bei Schnee nicht nur ab 900 Metern Höhe zu erkunden, war durchaus gerechtfertigt, denn Schnee gab es ja reichlich in diesem Winter.
Die 28km Strecke sollte auch dieses Jahr reichen, obwohl 2017 bei der 6ten Ausgabe nun zum ersten Mal überhaupt auch 42 km angeboten wurden. So früh in der Saison war das aber keine Option, zumal der 2016er Lauf noch als sehr hart und technisch in Erinnerung war.
Bereits 14 Tage vor dem Start zeigte sich das Wetter von seiner am wenigsten winterlichen Seite und in kürzester Zeit wurde aus schneebedeckten Hügeln eine fast frühlingshafte Landschaft. Wenige Tage vor dem Start gab der Veranstalter dann auch grünes Licht für kurze Bekleidung (bei Schnee und Minusgraden sonst verboten) und berichtete von einigem Matsch auf der Strecke.
In Anbetracht dieser Meldungen und des blauen Himmels am Morgen des Starts fiel die Kleiderwahl dann auch entsprechend leicht aus. Blauer Himmel und frühlingshafte Sonne täuschten zunächst, denn bei 4 Minusgraden war es doch eher frisch, aber da es gleich zu Beginn des Laufs einige Zeit nur bergauf geht, war zu erwarten, dass Frieren erst mal kein Thema ist. Später sollte bei bestem Wetter dann auch die leichte Kleidung vorm Überhitzen bewahren – wenn man friert kann man ja schneller laufen 😉 Die Schuhwahl fiel wieder auf die Salomon Fellraiser, mangels tiefem Schnee blieben die Gamaschen im Gepäck und Stöcke….naja, mit Stöcken laufe ich eh nie.
Insgesamt kamen 2017 rund 1000 Trailbegeisterte an den Start nach Cornimont und liefen die 14, 28 oder 42 km bei bestem Wetter mit Startzeiten zwischen 7h (42km) und 9.15h (28km).
Zum Start gab es dieses Jahr weniger hektisches Getümmel, da im Gegensatz zu 2016 mit Chip (am Handgelenk zu tragen!) gelaufen wurde zur Zeiterfassung.
Wetter und Stimmung waren also bestens bei den rund 400 Startern auf der 28er Strecke.
Wie immer geht es vom Start an erst mal nur aufwärts und schon nach wenigen Minuten hat man einen tollen Blick über Cornimont.
Das asphaltierte Stück ist nicht sonderlich lang am Anfang und den Rest der Strecke läuft man fast ausschließlich über Trails und Waldwege.
Knackige Anstiege und steile, technische Downhills wechseln sich dabei immer wieder ab.
Das Wetter bleibt gnädig und je höher man kommt, desto mehr Kraft hat die Sonne auch und Wege und Täler erstrahlen im Glanz. Nicht ganz so strahlt man sicher auf dem Weg zum höchsten Punkt, denn diese Passage hat es in sich: steil, langgezogen, kräftezehrend. Immer wenn man meint, es ist bald rum, kommt eine Kehre mit einem neuen Anstieg.
2016 noch im tiefsten Schnee und mit viel Wasser im Schuh erlebt, war 2017 eher das Jahr des Schlamms und der Mini-Schneefelder auf dem Weg nach oben. Auf jeden Fall hat das auch dieses Jahr wieder höllisch Spaß gemacht.
Die Stimmung im mittlerweile kleinen Feld ist top, aber auch die Müdigkeit lässt den ein oder anderen im Anstieg zum Dach der Strecke einbrechen. Kurz vor dem Gipfel gibt es als „Bonbon“ noch eine kleine Kletterpassage im Fels, bei der man sich ruhig gegenseitig helfen kann, die Hand reichen, Stöcke abnehmen,…was auch immer.
Jedenfalls ist es da steil, rutschig und durchaus förderlich für einen kleinen Purzelbaum rückwärts, insbesondere wenn man müde ist vom langen Anstieg. Martina übergibt da bereitwillig die Stöcke und hangelt sich hoch, ein anderer im Feld kratzt seine Deutschkenntnisse zusammen und brummelt ein „Danke, alles gut…es geht schon….“. Zum Glück ist nichts passiert bei der halben Flugrolle rückwärts, Läufer und Deutschkenntnisse kamen gut oben an.
Aber das ist eben das schöne am Trailrunning: man quatscht auch mal dabei, hilft einander und hat beste Laune. Für Fotos war dann natürlich oben auch noch Zeit und anders als letztes Jahr waren die Füße (fast)trocken und man musste nicht frieren.
Höchster Punkt erreicht, nur noch rund 8km und leichtes Wellblechprofil überwiegend abwärts…könnte man meinen. Ein Blick auf Strecke und Profil verrät einem aber schnell, dass durchaus noch einiges an Auf und Ab kommt. Auch hier sind Waldwege und fabelhafte Singletrails perfekt gemischt und machen riesigen Spaß. Auf der sonnenabgewandten Seite der Strecke muss man ein bisschen aufpassen, da viele Passagen vereist sind. Die Salomon Fellraiser zeigen hier mal wieder, dass sie Schnee und Matsch lieben, aber mit festem, glattem Untergrund nicht so toll klar kommen. Auch in den Flussbettpassagen abwärts war auf nassem Stein Aufpassen statt Rasen angesagt.
Nächstes Mal gilt es da wohl die Schuhwahl noch besser anzupassen. Danach folgen aber wieder viele gut laufbare Passagen. Vor allem der letzte Trail kurz vorm Ziel verläuft fantastisch in zahlreichen kleinen Serpentinen und je weiter man nach unten kommt, umso mehr kann man die Stimmung im Ziel hören.
Der Zieleinlauf ist in der Halle und man ist direkt im Geschehen all derer, die von dieser oder von den anderen Strecken zurück sind. Die Zielverpflegung ist übrigens die einzige neben der bei Kilometer 12.
Beide lassen nichts vermissen an Essen und Trinken und sind mit zahlreichen super netten Helfern bestens besetzt. Überhaupt sind zahlreiche Freiwillige an der Strecke und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Die Markierung macht ein Verlaufen unmöglich und man kann sich wirklich ganz aufs Laufen konzentrieren und auf die Landschaft, die Leute….vielleicht auch mal auf eine Bestzeit. Aber ehrlich gesagt: ich bin mir sicher, dass wie 2016 bereits, der Trail Hivernal de la Moselotte ein Genusslauf bleiben wird. Toll organisiert, sehr früh in der Saison und wegen des Wetters von superhart bis supergenial für alle Überraschungen gut.
Also 2018 auf ein Neues- vielleicht bei 20 Grad oder im Tiefschnee….wir werden berichten.