Tramuntana Travessa

Tramuntana Travessa – Trailrunning durch die Serra de Tramuntana von Mallorca

Tramuntana Travessa – Trailrunning durch die Serra de Tramuntana von Mallorca. Der Nachfolger des legendären Mallorca Trails und Ultra Mallorca feierte 2018 dann doch endlich seine Premiere, nachdem die 2017 geplante Premiere dem Schnee zum Opfer fiel.

Es gab zwei Strecken zur Auswahl: 128 km mit 5500 Hm von S’Arracò bis Pollença und 59 km mit 2700 Hm von Bunyola bis Pollença.  Für mich stand die 59 km Halbdistanz auf dem Programm.

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Rückblick 2017

Trailrunning auf Mallorca – für mich ist die Insel das reinste Trailparadies: Berge und Meer, technische Trails, aber auch viele gut laufbare Strecken und das gute Wetter…wobei das auch schonmal ganz anders aussehen kann.

Denn 2017 hätte die Premiere eigentlich stattfinden sollen, doch da wurde der Lauf wegen Schneefalles abgesagt (die Straßen rund um die Verpflegungspunkte waren nicht befahrbar).

Serra de Tramuntana im Dezember 2017:

Tramuntana Travessa TTCMM59 2018

Doch dieses Jahr sah das Wetter zum Glück ganz anders aus. Gab es in den Tagen vor meiner Ankunft noch teilweise recht heftige Regenfälle und Überschwemmungen auf der Insel, so war bei meiner Ankunft davon nichts mehr zu sehen: milde Temperaturen bis zu 20 Grad und bis auf einen etwas trüberen Tag durchweg Sonne. Für den Lauf am Samstag sah es diesmal echt gut aus!

Die Startnummernausgabe für den Lauf war so geregelt: am Mittwoch vor dem Lauf in einer Sporthalle von Bunyola oder unmittelbar vorm Start des Laufs freitags abends für die Langdistanz und samstags für die Halbdistanz. Da ich aufgrund meiner Flugverbindung eh schon mittwochs angereist war, entschied ich mich für die Abholung in Bunyola, zumal ich es immer angenehmer finde, vor dem Lauf bereits alles gerichtet zu haben.

Was noch nicht ganz klar war: wie komme ich samstags von Pollença aus zum Start in Bunyola? Einen offiziellen Bus gab es keinen, aber einige Läufer hatten sich einen Kleinbus gemietet, in den ich mich nach kurzer Rücksprache mit dem Veranstalter dazubuchen konnte. Perfekt!

Dann wäre das Problem also gelöst, doch es tat sich ein weiteres auf: beim Richten meiner Ausrüstung für den Lauf stellte ich fest, dass ich meinen Chip (der Zeitnehmer Elitechip verwendet den bekannten Champion­Chip®) zu Hause vergessen hatte. Aber auch das Problem ließ sich durch eine kurze Mail mit Elitechip klären. Nun konnte also nix mehr schiefgehen!

Start in Bunyola

Tramuntana Travessa Start

Um 6:30 ging es mit dem Bus von Pollença nach Bunyola, und nach nicht mal 45 Minuten Fahrtzeit erreichten wir den Startort. Also noch massig Zeit bis zum Start um 8:30! Zeit genug, meinen Mietchip abzuholen und die ankommenden Läufer der Ultrastrecke anzufeuern, die nach und nach in Bunyola ankamen. Es war noch recht frisch so früh am Morgen, doch zum Glück waren die Cafés rund um den Marktplatz des Örtchens, wo auch die Startaufstellung war, alle geöffnet.

In der Startaufstellung entdeckte ich einige Läufer mit UTMB-Accessoires, und nun wusste ich auch, wer wohl vor ein paar Monaten beim CCC für so gute Stimmung gesorgt hatte ?

Um 8:30 ging es dann bei ebenso guter Stimmung los und nach knapp 100 m ging es dann auch schon gleich an den ersten Anstieg: über viele steile Treppen und Wege machten wir auf den ersten 3 km schon die ersten 400 Höhenmeter. Der erste Downhill war recht technisch und auf dem nassen Kalkfelsen lief es sich auch nicht gerade einfach.

 

Castell d‘Alaró

Durch die schönen Landschaften und Gärten von Orient ging es weiter in Richtung Castell d’Alaró, einer Burgruine aus der Zeit vor 900 v.Chr., die sich knapp unterhalb des Gipfels des 825 m hohen Puig d’Alaró befindet und über Stufen erreichbar ist. Der Weg zur Burg nach oben war gleichzeitig eine kleine Wendepunktstrecke, als ich ankam, kamen mir bereits einige der schnelleren Läufer entgegen, die wieder auf dem Weg nach unten waren. Von dort oben hat man übrigens einen genialen Panoramablick, den ich einfach für einen Moment genießen musste. Passend dazu war auf dem Burgplatz der erste gut bestückte Verpflegungspunkt eingerichtet, und sogar sanitäre Einrichtungen waren im oben ansässigen Gasthaus (Refugi) vorhanden.

Der Downhill von der Burg machte echt Spaß nach dem langen Steigen! Nachdem wir die Treppen hinter uns gelassen hatten, die wir bereits auf dem Hinweg nach oben genommen hatten, ging es auf einer Schotterpiste und anschließend auf einem asphaltierten Weg nach unten (auf die Burg hinauf führt eine Straße – Hinweis für Radfahrer: besser mit dem Mountainbike, mit dem Rennrad ist diese Straße nicht zu empfehlen!).

Unten angekommen, bog ich erstmal falsch ab – der Streckenposten rief mich auch nicht zurück, als ich an ihr vorbei in die falsche Richtung lief. Zum Glück bemerkte ich das recht schnell nach etwa 400 m wieder, nachdem auf der sonst so gut markierten Strecke keine Markierungen mehr zu sehen waren. Von da an schaltete ich dann die GPS Navigation meiner Uhr dazu, die mich wieder auf die richtige Route führte.

Tossals Verds

Und die führte nun wieder in die Tramuntana zurück, nächste Station war die Berghütte Tossals Verds auf 540 m Höhe, von wo aus es über den GR 221 nun langsam an den Anstieg in Richtung Coll des Prat de Massanella ging. Der tolle Anblick des Cúber Stausees fehlte zwar auf dieser Route, dafür fehlte aber auch der eher öde Weg entlang des Wasserreservoirs wie beim Trail und Ultra Mallorca. Ab Font des Prat, der Quelle am Fuß des Massanella, war die Strecke identisch mit dem Vorgängerlauf. Ich befand mich also wieder auf bekanntem Terrain!

Coll des Prat de Massanella

So langsam näherten wir uns also der 1000 m Grenze, und so langsam wurde es auch deutlich kälter. Also in voller Ausrüstung, mit Mütze, Jacke und Handschuhen weiter nach oben zum höchsten Punkt. Zum Glück war es hier nicht so kalt wie bei der CXM Serra Nord [Bericht folgt noch!] im Januar, kein Regen, Schnee oder Eis. Gottseidank! ?

So langsam ging es in Richtung später Nachmittag, und der Nachmittagshimmel da oben am höchsten Punkt und beim letzten großen Anstieg, dem Puig d’en Galileu, der direkt auf den Massanella folgte, gab es neben dem wundervollen Panorama auch einen wunderschönen Abendhimmel zu bewundern.

Lluc

Bei meinem Eintreffen in Lluc war es zwar noch hell, doch bis zum Sonnenuntergang sollte es nicht mehr lange dauern. Das war also die Gelegenheit, die Stirnlampe anzuziehen, noch etwas zu essen und mich dann langsam auf den Weg in Richtung Pollença zu machen.

Diesen Teil der Strecke mag ich irgendwie gar nicht, es geht nur über steinige Wege, die immer steiniger werden, je weiter man nach unten läuft, bis man sich irgendwann nur noch freut, wenn man endlich wieder Asphalt unter den Füßen hat.

Der Rückweg über den Camí Vell de Lluc a Pollença ist auch nicht gerade der schönste Teil der Strecke, aber leider die einzige Verbindung und bei sämtlichen Trails auf Mallorca, die in Pollença enden, gehört dieses letzte Wegstück dazu. Zunächst verläuft dieser alte Pilgerweg noch recht gemütlich auf einer asphaltierten Straße, der dann aber bald über und durch einen Torrent (ein trockenes Flussbett) führt, wo einige Kraxelpassagen zu meistern sind. Beim Ultra Mallorca mit über 100 km in den Beinen war das echt eine Tortur, und so konnte ich voll mit der Läuferin der 128 km Strecke mitfühlen, die mit mir auf diesem Streckenabschnitt unterwegs war.

Pollença

Aber irgendwann war das auch gemeistert, und es ging endlich nach Pollença hinein. Ein Zieleinlauf in Pollença ist immer etwas Besonderes, in den engen Gassen des kleinen Städtchens waren viele Zuschauer versammelt und applaudierten den hereinkommenden Läufern.

Anders als beim Ultra Mallorca befand sich der Zieleinlauf nicht auf der Plaza Major, sondern wie bei der Cursa Tomir am Kloster Convent de Santo Domingo.

Als besondere Überraschung für mich erwartete mich meine Freundin Helena im Ziel, die sich schon Sorgen gemacht hatte, weil sie mich auf dem Liveticker nicht hatte entdecken können. Tatsächlich hatte es ein kleines Problem mit dem Mietchip gegeben, das aber letztendlich doch behoben werden konnte.

Fazit:

Sehr schöner Lauf und traumhafte, gut laufbare Trails durch die wunderschöne Tramuntana Landschaft. Technisch eigentlich gar nicht so schwer, ging die Strecke durch das ständige Auf und Ab, die steilen Anstiege und harten Downhills mächtig bei. Ich empfand sie wesentlich anspruchsvoller als der Vorgänger Mallorca Trail, mit dem dieser Lauf nur das Teilstück Font des Prat – Massanella – Lluc und dann wieder Cami Vell de Lluc – Pollença gemeinsam hat. Stimmung und Organisation sind super, ein offizieller Bustransport vom Ziel zum Startbereich, den man direkt bei der Registrierung buchen könnte, wäre allerdings super.

Website des Laufs

Tramuntana Travessa Profil


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Tramuntana Travessa 2018

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